Die richtige Kombination von Anzug, Hemd und Krawatte

Wie kombinieren Sie Anzug, Herrenweste, Hemd und Krawatte richtig?

Leider wird nur allzu häufig mit Floskeln wie "Geschmack ist, was gefällt" und "einem modischem Menschen sind keine Grenzen gesetzt" ein scheinbarer Kampf gegen den guten Geschmack geführt. Kleidungsstücke und Farben werden geradezu virtuos kombiniert - das sich anschließende Resultat kann meist als abschreckend bezeichnet werden. Scheinbar stellt bereits die passende Krawattenwahl zum Hemd und zum Anzug sowie zur Herrenweste viele Männer vor eine unüberwindbare Herausforderung. Wichtig ist, sich an wenige, leicht einprägsame Grundregeln zu halten - dann sollten modische Fehlgriffe die Ausnahme sein. Im weiteren kleinen Ratgeber geht es genau um diese kleinen alltäglichen Probleme - um die fünf Grundregeln der Kombination von Mustern und Farben.

Regel eins: Die Größe macht´s

Generell kann man mutmaßen, dass die Größe eines Kleidungsstücks sich direkt auf die zugewendete Aufmerksamkeit auswirkt. Je größer das Stück Stoff, desto mehr Blicke kann es für sich einnehmen. Folglich beginnen wir beim Einkleiden mit dem Anzug und der Herrenweste. Suchen Sie sich die passende Kleidung aus Ihrem Kleiderschrank und legen Sie sie auf das Bett. Als Beispiel wählen wir einen dunkelgrauen Flanellanzug mit gleichfarbiger Weste. Der zweite Schritt gilt dem nächst größeren - dem Hemd. Es ist kleiner und sollte trivialer Weise daher auch weniger kostenintensiv als Anzug und Herrenweste ausgefallen sein. Nun stellen Sie sich die Frage: "Was passt zu einem dunkelgrauen Anzug?" Ihr auserwähltes Hemd legen Sie dann unter das Jackett und in die Herrenweste und begutachten Ihre Farbkombination. Passt Ihr Hemd nicht, nehmen Sie die nächste Farbe und wiederholen diesen Schritt bis Sie vollstens zufrieden sind. Um das bei der Anzugwahl begonnende Beispiel fortzuführen, entscheiden wir uns für ein hellblaues Hemd.

Nun wird die Stoffmenge geringer, der Preis kleiner, aber die Entscheidung schwieriger - wir kommen zu der Krawattenwahl. Welche Krawatte passt zu unserem dunkelgrauen Anzug mit Herrenweste und hellblauem Hemd? Je mehr Krawatten Sie bei diesem Beispiel im Schrank hätten, desto schwieriger würde Ihre Wahl werden. Es passen nämlich viele Krawatten, ob dunkelblau, weinrot, pink oder orange. Probieren Sie die verschiedenen Krawatten aus und legen Sie sie auf das Hemd mit der Herrenweste. Jetzt kommt es meist auf die Stimmung an, welche Farbe die Krawatte haben darf. Entscheiden Sie aus dem Gefühl heraus für welche Krawatte Sie sich entscheiden. Sie werden bemerken, dass Sie sehr schnell die anfängliche Unsicherheit abwerfen und zielgerichtet eine hervorragend abgestimmte Farbkombination erreichen werden. Um unsere virtuelle Kombination abrunden zu können wählen wir die orange Krawatte. Das wirkt dynamisch, kraftvoll, aktiv. Allerdings müssen Sie bedenken, dass eine solche Ausstrahlung für manche Anlässen deplatziert sein könnte.

Regel zwei : zum Muster bekennen oder nicht?

Die wichtigste Regel gleich vorweg: bitte immer maximal ein Kleidungsstück mit Muster. Bei anderen Entscheidungen treffen Sie schnell auf Missgunst. So viel Charakter in Form von Mustern verträgt kein Mann.

Wenn also bereits ein Teil gemustert sein sollte, empfehlen wir die übrigen Bestandteile möglichst unauffällig zu wählen. Zu einem gestreifen oder karierten Anzug wählen Sie eine einfarbige Herrenweste und ein einfarbiges Hemd. Doch erklären wir auch diese Regel an einem anschaulichen Beispiel:

Sie haben das groß - karierte, blaue Jackett mit passender Herrenweste aus dem Schrank geholt und damit etwas Gemustertes gewählt. Nach der Regel kommt nun ein einfarbiges Hemd. Gut passt hier ein hellblaues. Bei der Auswahl immer die erste Regel im Kopf behalten! Es wird von groß zu klein gewählt. Daher kommen wir nach der erfolgreichen Hemdenwahl zu der Krawatte. Das gewählte Karomuster dominiert das gesamte Outfit, eine Krawatte mit Mustern wäre jetzt absolut tödlich. Daher kommen nur einfarbige Exemplare zur Wahl. Zu unserem fiktiven Outfit passt eine Krawatte im gedeckten, dunklen Ton. Sie werden feststellen, dass diese Kombination herrlich ein wird. Falls Sie ein aufmerksamer Einkäufer sind, werden Sie feststellen, dass Sie unsere Kombination bereits oft in Schaufenstern gesehen haben - was ungemein für diese Kombination aus Jackett, Hemd und Krawatte spricht. Nun verstehen Sie auch die Regel, nach der diese Kombination zusammengestellt wurde.

Regel drei: Größe der Muster

Stellen Sie sich ein fein längs gestreiftes Hemd vor und dazu bitte eine fein diagonal gestreife Krawatte. Diese Vorstellung sollte Unbehagen bei Ihnen auslösen. Wie Sie schon in der Regel zwei lernten, darf maximal ein Kleidungsstück des Outfits gemustert sein. Die Regel drei stellt hier eine Ergänzung, eine Ausnahme dar. Es können nämlich gleiche Muster in unterschiedlichen Größen kombiniert werden. Auch hier wieder ein Beispiel zur Verdeutlichung.

Aus Ihrem Kleiderschrank wählen Sie einen einfarbigen, dunklen Anzug mit dazu passender Herrenweste. Dazu wiederrum passend ein blau / weiß gestreiftes Oberhemd. Wobei die Streifen schmal sein sollten. Laut der zweiten Regel passt eine unifarbene Krawatte. Das tut sie auch. Doch es gibt noch eine Alternative: die breit gestreifte Krawatte. Dieses Outfit sieht hervorragend aus, solange das Hemd schmal genug und der Binder breit genug gemustert ist. Daraus können wir die Regel drei ableiten: Großgemustert kann mit kleingemustert kombiniert werden, solange die Unterschiede deutlich genug herausstechen. Falls Sie unsicher sein sollten, greifen Sie in einem solchen Fall einfach zu der unifarbenen Krawatte. Damit sind Sie immer auf der sicheren Seite. Andererseits kann diese gelungene Kombination hervorragend Ihr Stilempfinden betonen.

Regel vier: Die Lehre von Kontrast und Harmonie

Graue Mäuse sind oft sehr schüchtern, reden nicht viel und sind daher als introvertiert einzuschätzen. Das genaue Gegenteil, die bunten Papageien werden oft als Paradisvögel abgetan und folglich nicht ernst genommen. Daher ist es wichtig, von anderen Personen aufgrund des Outfits nicht in eine dieser Schubladen eingeordnet zu werden. Idealer Weise befindet man sich mit seiner Anzug - Herrenweste - Hemd - Krawatten - Kombination in der goldenen Mitte. Diese genau zu treffen ist jedoch nicht leicht. Zuviel Harmonie in der Kombination lässt ein Outfit sehr schnell langweilig aussehen. Maximale Kontraste hingegen lassen Sie schnell zum Karnevalsprinz mutieren, den Sie bei einem Meeting bestimmt nicht darstellen wollen. Es kommt also auch hier wieder auf das Farbempfinden an, um die richtig Mischung zu finden. Des weiteren ist es eine Frage Ihres Charakters, ob Sie mehr oder weniger auffällige Farben verwenden. Als Grundsatz kann gelten, dass Kontraste das Gesamtbild beleben und vitalisieren. Harmonische Farbabstimmungen puffern Farbgegensätze eher ab. Letztlich kommt es, wie bereits angedeutet, auf den Typen an - und das im doppelten Sinne. Ist Ihr Charakter eher extrovertiert, greifen Sie ruhig mehr zu Kontrasten, Sie werden sich in den Farbgegensätzen wohl fühlen. Als introvertierter Mensch empfindet man grelle Farben und starke Kontraste an sich eher grässlich und sollte zu der harmonischen Variante greifen.

Der zweite Typ ist der Hauttyp. Der nordeuropäische, hellhäutige Typ ist mit einem hellblauen Hemd und dunkler Herrenweste mit passenden Schlips gut bedient. Ein rosiger Typ kann mutig zum Grün mit harmonischer Krawatte greifen und ein dunkelhäutiger Typ kann in Sachen Farbwahl kaum etwas falsch machen. Beinahe jede Farbe, ob  bei der Weste oder Binder, steht ihm.

Auch hier wieder ein Beispiel. Die Grundlage bildet ein dunkelblaues Jackett und eine schwarze Herrenweste. Dazu wird ein rosé farbenes Oberhemd gewählt. Das sorgt für den gewünschten Kontrast in dem Outfit. Daher kann die Krawatte den harmonischen Teil übernehmen. Wir entscheiden uns daher in jedem Fall für eine Krawatte mit dunkelblauem Grundton. Besonders gut passt natürlich hier ein Binder mit dunkelblauen Grundton und rosé farbenen Streifen - eine perfekte Lösung.

Tipp: Bitte nutzen Sie, auch wenn Sie noch so kontrastvoll auftreten möchten keine Herrenweste in bunten Farben. Die Anzugweste sollte immer schlicht gehalten werden. Oftmals wird sie in schwarz oder dunkelblau bevorzugt. Mittlerweile zählt die sie aber nicht mehr als unbedingtes Muss, aber gerade für schmale Männer bietet die zusätzliche Kleidungsschicht der Herrenweste eine Chance, kräftiger zu wirken. Im Gegenzug sollte ein bereits fülliger Mann auf sie verzichten.

Regel fünf: Vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste.

Kaum jemand hat ein schier unendlich erscheinendes Buget für eine Garderobe zur Verfügung. Daher fällt die Auswahl der Kleidungsstücke meist nur sehr begrenzt aus. Es empfiehlt sich daher seine Garderobe einfach zu halten. Auf aufwendige und auffällige Muster und Farben kann beim Anzug und beim Hemd verzichtet werden. Die notwendigen Kontraste können durch die Krawatte gemeistert werden. Daher ist es auch verständlich, warum sie ein solch wichtiges Kleidungsstück darstellt. Zentral platziert, in Verlängerung des Gesichts zieht sie viele Blicke auf sich - und ist zu dem auch noch preiswert. Notfalls können Sie auch auf eine Anzugweste verzichten und das durch das Weglassen eingesparte Geld in eine bessere Krawatte investieren.

Nun kennen Sie die fünf wichtigen Grundregel und sollten wissen, wie man Anzug, Herrenweste, Hemd und Krawatte richtig kombiniert. Es sollte Ihnen in Zukunft deutlich leichter fallen, sich das richtige Outfit zusammenzustellen.