Herstellung von Seidenkrawatten

Krawatten stehen fr Lebensstil und wenn sie knirschen, sind sie wirklich edel. Denn wenn sie knirscht, wenn man sie reibt dann zeigt dieses zarte Gerusch, dass sie aus echter Seide ist. Edle Krawatten haben eine lange Tradition und die Krawattenhersteller ebenso. Heute stammt die Seide vorzugsweise aus Japan und aus China als Hauptlieferanten. Dabei handelt es sich als besonders fr Krawatten geeignete Seide um die Maulbeerseide, dem Rohmaterial fr das edle Accessoire. Maulbeerseide entstammt der Seidenraupenzucht. Sie ist durch ihren edlen Glanz besonders fr festliche und elegante Anlsse geeignet und zeichnet sich durch eine sehr gleichmige Struktur des Garns aus. In der Anwendung hat sie ein geringes Gewicht und flieende Eigenschaften.

Seidengewinnung

Seide stammt von den Kokons, in den sich die Seidenraupen einspinnen. Der Kokon besteht aus einem endlosen Faden, auch Filamente genannt. Die Raupen pressen aus Kopfdrsen eine farblose Masse, die, mit Luft in Berhrung gekommen, sofort erstarrt. In einer Achterform umgibt sich die Raupe mit dem Endlosfaden und verweilt ca. drei Wochen in ihrem Kokon. Wird ein Kokon mit Heiluft oder Wasserdampf behandelt, sterben die Raupen ab, der Leim, der die Seidenfden zusammenhlt, wird dabei aus den Fden gelst und ein ca. 4 Kilometer langer Seidenfaden erscheint.

Edelste Materialien

Krawatten galten bereits im 19.Jhdt. als edel und wurden damals aus Seide, Spitze und Musselin angefertigt. Mit dem Fortschritt der Webindustrie konnten spter bereits Jacquardstoffe produziert werden. Jacquardverfahren erzeugen einen changierenden Stoff durch das Anheben der Kettfden im Verlauf des Musters. Crepe de Chine wird fr elegante Krawatten gerne verwendet. Seide und Glanzoptik und bestimmte Druckverfahren erzeugen den edlen Touch. Hochwertige Krawatten sind mit Maulbeerseide hergestellt. Bedruckte Krawatten mit feinem Griff werden mit Gumtwill aus reiner Seide hergestellt. Besonders aufwndig wird Irish-Popeline hergestellt, durch das sie knitterfrei werden. Besonders dekorative Krawatten nutzen Kaschmir und Seide in Kombination.

Krawattenherstellung

Die edelsten und hochwertigsten Krawatten werden in traditioneller Weise handgefertigt und zeichnen sich zudem durch kostbarste Materialbeschaffenheit aus. 40 Arbeitsschritte sind fr die Herstellung eines Binders erforderlich. Beim Zuschnitt in mehreren Lagen wird sorgfltig auf das Muster und den Streifenverlauf geachtet. Die Elastizitt erhlt sie durch einen 45 Grad Zuschnitt zur Lngslinie. 1920 entwickelte Jesse Langsdorf dieses Schnittverfahren in New York. Oberstoff und Formeinlage, eine Heftung an der Rckseite, Umdrehen und Zusammennhen sowie Bgeln sind die ersten Schritte zur fertigen Krawatte. Etikett und Futter aus hochwertigem Acetat oder in besonders edeler Ausfhrung aus Seide ergnzen den Weg zur Fertigstellung. Der perfekte Krawattensitz hngt besonders von der Einlage und vom zurckspringenden Futter ab und spricht von der Hochwertigkeit einer Krawatte. Als besonders aufwndig gelten die aus einem einzigen Tuch gefalteten und genhten Krawatten, die als siebenfach gefaltete Krawatten bekannt sind. Dabei wird lediglich ein einzelnes quadratisches Tuch aus Seide verwendet. Die Lnge bestimmt sich durch die Tuchdiagonale. Das Seidentuch wird insgesamt siebenfach gefaltet und auf der Rckseite wird die Faltung angeheftet.

Hochwertigkeitsmerkmale

Heute stammen die Seidenkrawatten meistens aus italienischen Krawattenproduktionen. In Deutschland werden am Niederrhein ebenfalls noch Krawatten hergestellt. Reine Seidenkrawatten sind vor allem in der Businesswelt gefragte Accessoires. Die Hochwertigkeit einer Krawatte bestimmt sich dadurch, dass sie in drei Teilen gefertigt wurde. Wenn Material und Einlage aus hochwertigen Materialien hergestellt wurden, lsst sie sich sehr einfach binden. Auch eine Garnschlinge an der schmalen Seite steht fr Sorgfalt und Hochwertigkeit.

Farben und Muster von Krawatten

Farben und Muster bestimmen sich durch aktuelle Modetrends, wobei sich die Muster dennoch in grobe Kategorien einteilen lassen. So zhlen Pepitamuster und Paisleymuster zu den Allover Dessins und zeichnen sich durch Streifen und Muster aus, die figrlich angelegt sind. Fruchtbarkeit drcken beispielsweise die Fhrenzapfenmuster des Paisley aus. Demgegenber stehen Muster mit geometrischer Ausrichtung, die seit Beginn der Krawatte bekannt sind. Sie werden zum Teil durch Schuss- und Kettfadenanordnungen in Gruppen oder Wrfeln bestimmt. Klassisch und besonders beliebt in England sind Clubstreifen, die Bordeaux, Gold oder Marine als Farben bevorzugen. Mogadostreifen erhalten ihre Schattenwirkung durch reine Seidenfden und zeigen die Farbenfreudigkeit von Marokko. Schottisch brillieren die Tartanmuster und Punktmuster zeigen feine Tupfen auf edelsten Seiden- und Kaschmirmaterialien. Orientalisch geprgt sind Foulardmuster und bringen Inspirationen aus Asien, Indien, Persien, Arabien und aus Afrika. Samt, Seide und viele weitere Materialien untersttzen die Wirkung von unifarbenen Krawatten. Weitere Kreationen in Farben und Muster bringen Motiv-, Pflanzenmotiv- und Spamotivkrawatten. Groflchig zeigt sich der Boldlook aus den 40er Jahren.

Vielseitigkeit und grenzenlose Dessinmglichkeiten

Mit den verschiedenen Mustern und Farben und Materialien ist die Krawattenkreation extrem vielseitig und die Kreationen schier unendlich. Auch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren durch Druck und Weben ergnzen die Vielfalt der Palettenbreite bei den Krawatten.

Hinweis